Tipps für Eltern
Tipps für andere Lehrkräfte
Hilfen für Kinder
Tipps der Lehrkräfte an die Eltern
Um den Aufforderungscharakter der Ratschläge der Lehrkräfte zu erhalten, wurden die Texte teilweise in fiktiver wörtlicher Rede zusammengefasst. Kursiv gedruckt sind wörtliche Zitate aus der Umfrage.
Selbstbewusstsein der Kinder stärken
Dies ist der zentrale Tipp der meisten Lehrkräfte: Eltern, stärkt eure Kinder in ihrem Selbstbewusstsein, in ihrem Selbstwert, ermutigt sie. Erkennt die Stärken und unterstützt sie.
Gebt unsicheren Kindern, die mit vielen Schwierigkeiten im Alltag kämpfen müssen, Rückendeckung, viel Verständnis, Empathie und Unterstützung: "Du bist O.K. so wie du bist!!"
Ruhe und Geduld bewahren
Einer der am häufigsten genannten Tipps an die Eltern ist: "Ruhe bewahren, Geduld und Ausdauer haben!!" Auch wenn der Weg lang und steinig ist – gebt nicht auf. Kämpft einerseits mit Hartnäckigkeit andererseits mit Gelassenheit für euer Kind. Bleibt auch gelassen gegenüber Schulnoten. Eltern, tauscht euch mit anderen Betroffenen aus, denn es gibt viele mit denselben Problemen.
Nicht aufgeben - kleine Schritte gehen und sehen
Lehrkräfte wissen wie schwer es für Eltern ist, mit LRS umzugehen und geben daher den Rat: "Lassen Sie sich und Ihr Kind niemals entmutigen, sondern motivieren Sie ihr Kind und sich selbst!" "Vertrauen Sie in ihr Kind!!" Eltern, baut keinen Druck auf. Sorgt für eine liebevolle Lernumgebung.
Das Üben in kleinen Schritten ohne Überforderung führt zu Erfolgen und die kleinsten Fortschritte/Erfolge können belohnt und gewürdigt werden. "Die Schwierigkeiten lassen sich trainieren und damit minimieren."
Eltern, lasst euch und den Kindern Zeit, schafft kleine Erfolgserlebnisse. Ernst gemeintes Lob, nicht schimpfen, sind für die Motivation und das Selbstbewusstsein des Kindes förderlich.
Offenheit und Klarheit schaffen
Eltern vergesst nicht, dass ihr Kindern ein Vorbild seid. Akzeptiert die Leseschwäche, geht offen damit um, auch nach außen. Das Kind braucht Klarheit, dazu gehören auch klare Regeln und Strukturen.
Hilfe von außen suchen und annehmen
Für Eltern kann es sehr hilfreich sein, das Kind nicht selbst therapieren zu wollen, weil das ständige Üben die Eltern-Kind-Beziehung stören kann. Aus Sicht der Lehrkräfte ist es daher sinnvoll, professionelle und sinnvolle Hilfe in Anspruch zu nehmen, die geeignete Förderung also in die Hände anderer zu legen. Eltern, nützt eine frühe außerschulische Förderung/Unterstützung durch Fachpersonal, um euch und das Kind zu entlasten. Informiert Euch trotzdem eigenständig über LRS.
Mit der Schule kooperieren
Die Schule kennt sich meistens mit LRS nicht gut genug aus. Daher raten die Lehrkräfte: Eltern, sucht Beratungsstellen auf. Nutzt alle möglichen Förderstunden oder fordert Förderstunden für die Kinder an. Sucht Beratung/Kooperation in der Schule, redet mit Klassen-, Fachlehrern und der Rektorin, damit alle gemeinsam dasselbe Ziel verfolgen und nach Möglichkeiten suchen. Schaltet frühzeitig den schulpsychologischen Dienst und das Jugendamt ein. Kümmert euch um eine pädagogische Diagnose, eine Ursachensuche und die Bescheinigung der Problematik wegen der Benotung (Nachteilsausgleich). Oder lasst euch vom Kinderarzt ein Rezept für einen Sprachtherapeuten mit LRS-Ausbildung ausstellen. Eltern, lasst euch "nicht von Ämtern in die Flucht jagen". Es wäre gut, "mehr Druck in den Schulen und den Schulämtern zu machen".
Erzählen, Sprechen, Vorlesen
Zum Lesen und Schreiben geben die LehrerInnen den Tipp, den Kindern regelmäßig Lest den Kindern regelmäßig und viel vor, um damit ihr Interesse zu wecken und Freude am Lesen zu entwickeln. Irgendwann können die Kinder dann auch Teile selbst lesen. Schafft "regelmäßige Lesezeiten und Vorlesezeiten". Vermittelt Eure eigene Freude am Lesen - so wird auch die Lesekompetenz des Kindes ausgebildet. Sorgt für eine bewusste, kindgerechte Literaturauswahl. Bücher mit vielen Bildern, großer Schrift, wenig Text sind für das Kind motivierend. Auch alle möglichen anderen Leseanlässe im täglichen Umfeld können genützt werden. Regelmäßige Wiederholung (täglich kurz, in kleinen Dosen) ist hilfreich.
Verfolgt beim Schriftspracherwerb aufmerksam die Entwicklung des Kindes. So können Eltern frühzeitig reagieren. Das freie Erzählen und Nacherzählen hilft, um auf die Lautbildung des Kindes zu achten. Lernt mit den Kindern Reime. Später in der Schule könnten Eltern sich von den Lehrern Wörter lautieren lassen und diese mit dem Kind gedehnt sprechen.
Wahrnehmung, Konzentration und Sprache fördern
Tipps zur Förderung geben die Lehrkräfte in folgenden verschiedenen Bereichen. Eltern, achtet auf die Wahrnehmungs- und Konzentrationsfähigkeit des Kindes. Achtet frühzeitig auf sprachlichen Ausdruck, deutliche Motorik der eigenen "Sprechwerkzeuge". Die Lautierung ist für LRS sehr wichtig. Hierzu trägt auch das Singen, das Üben von "Reimen und Rhythmus" z.B. durch die Silbenmethode bei. Nicht zuletzt schlagen Lehrkräfte den Eltern vor, Sport und Bewegung zu fördern, TV und Computerspiele zu drosseln - es sei denn es handelt sich um lese- oder rechtschreibfördernde spielerische Arbeit am PC.
Pathologisierung vermeiden
"LRS ist keine Krankheit!" Eltern, pathologisiert euer Kind nicht. Vor allem: "Persönlichkeit und die Leistung des Kindes nicht in einen Topf werfen".
"Es gibt im Leben wichtigere Dinge als Rechtschreibung, Rechtschreiben ist nicht als verstecktes Hauptfach des Deutschunterrichtes zu werten." Stuft das Kind nicht als unnormal bzw. faul ein, sondern als anders lernend. Erklärt dem Kind, dass seine Schwierigkeiten im Lesen und Rechtschreiben in den Griff zu kriegen sind. Aber: "Lassen sie nicht zu, dass ihr Kind sich auf einer ‚Krankheit’ ausruht und dies als Ausrede nutzt." Es wäre falsch, die LRS eventuell auch für andere Schwächen oder Defizite verantwortlich zu machen.
Auswertung
Zusammenfassung der Auswertung
Sie können sich die gesamte Auswertung als pdf-Datei (241 KB, 26 Seiten) herunterladen.
1. Teil: Ausbildungsstand der Lehrkräfte zum Schriftspracherwerb
2. Teil: Definitionen von LRS / Legasthenie
3. Teil: Belastung und Förderung der Kinder mit LRS / Legasthenie
4. Teil: Erwartungen der Lehrkräfte
5. Teil: Tipps der Lehrkräfte
Fragebogen
Lehrerfragebogen 2010 als PDF (1,3 MB)


