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Lurs früh bekämpfen

Früh gefördert ist halb gewonnen

Was können wir tun, um Kindern den Übergang vom Sprechen zum Erlernen der Schriftsprache zu erleichtern? Welche Fähigkeiten brauchen Kinder, um diesen Übergang erfolgreich zu meistern? Wie finden Sie heraus, ob ihr Kind möglicherweise besondere Unterstützung braucht, bevor es in die Schule kommt?

Die folgenden spielerischen Übungen beziehen sich auf Fähigkeitsbereiche, die besonders wichtig für den Erwerb der Schriftsprache sind, die bereits in der Vorschulzeit spielerisch gefördert werden können und in denen Kinder, die speziell in diesen Bereichen Schwierigkeiten haben, Unterstützung brauchen.

Spielerische Übungen: Sehen, Erkennen, Verstehen
Spielerische Übungen: Hören und Formulieren
Spielerische Übungen: Sprechen, Erfassen, Erzählen
Hinweise zu den spielerischen Übungen


Spielerische Übungen: Sehen, Erkennen, Verstehen


Material:
Papier und Buntstifte

Fragen an das Kind:
"Schau mal, das sind zwei Buchstaben. Dieses ist ein p (grosszügig vormalen) und dieses ein b (vormalen). (Vielleicht kennt das Kind die Namen ja sogar schon.) Siehst du den Unterschied? Kannst du den Unterschied beschreiben? Kannst du die Buchstaben nachmalen?"

Zeichnen Sie ein W und ein M. "Siehst du den Unterschied? Kannst du mir ein W malen?"

"Kannst du mir bitte eine rote, blaue und grüne Welle malen (malen Sie vor), von links nach rechts?"



"Dieses ist ein eckiges Muster, das ein rundes. Kannst du das eckige Muster genauso weitermalen? Und das runde?"



"Welche Farben haben die Bilder? Welches ist das größte, welches das kleinste? Welche sind etwa gleich groß? Welche haben denn die gleiche Farbe?"




Spielerische Übungen: Hören und Formulieren

Kann das Kind ein passendes Reimwort finden? Erkennt es Quatschwörter? Bitte lesen Sie Reim für Reim und stellen Sie die Fragen:

Wer hockt bei Lurs zu Haus’ ganz keck
und knabbert heimlich Lursis Spok?

"Reimt sich das? Gibt es denn einen Spok? Was könnte Lurs denn gerne fressen, was sich am Ende ähnlich anhört wie keck?" --> Speck
Doch aufgepasst, Lurs stapft ins Haus.
Da erschrickt die kleine Mas.

"Reimt sich das? Gibt es denn eine Mas? Wer könnte denn beim Lurs sein und hört sich am Ende ähnlich an wie Haus?" --> Maus
Sie flitzt wie ein Blitz ganz schnell ins Loch,
aber Lurs, das Monster, findet sie dach.

"Reimt sich das? Gibt es denn ein Dach? Passt das Dach denn an diese Stelle? Was hört sich am Ende genauso an wie Loch und beginnt mit einem d?" --> doch
Piepst bettelnd das Mäuslein: "Bitte friss mich nicht,
und mach nicht so ein bröses Gesicht."

"Reimen sich hier die Wörter am Ende? Gibt es denn ein bröses Gesicht? böses
Kennst du vielleicht noch ein anderes Wort für böse?"
Lurs packt die Maus, reißt auf sein Maul.
Plötzlich wiehert die Maus wie ein alter Paul.

"Reimt sich das? Gibt es denn einen Paul? Passt dieses Wort denn hier in das Gedicht?“ --> Gaul
Entsetzt lässt Lurs das Mäuslein fallen,
So entkommt es seinen Krollen.

"Reimen sich hier die Wörter am Ende? Gibt es denn Krollen? Welches Wort würde sich denn hier reimen?" --> Krallen
Blöde glotzt Lurs, vom Wiehern benommen –
Ein Zauber ließ die Maus entkommen.


 

Zur Belohnung lesen Sie dem Kind das Gedicht in der richtigen Form vor – wenn Sie Spaß daran haben, ruhig auch mit lustigen Geräuschen.


Spielerische Übungen: Sprechen, Erfassen, Erzählen

Zeigen Sie dem Kind die Bildergeschichte und lesen Sie die Sätze zu den ersten beiden Bildern vor: "Lurs macht Musik. Lurs hat Langeweile." Ermuntern sie das Kind, einen ähnlich aufgebauten Satz zum dritten Bild zu finden. ("Lurs hat eine Idee.") "Welche Idee könnte denn der Lurs haben?" Jetzt kann das Kind selbst ein Schlussbild malen.
Bildergeschichte 1

Zu den folgenden Bildern kann es auch eine ganz neue Geschichte erfinden.

Bildergeschichte 2

 


Hinweise zu den spielerischen Übungen

Führen Sie die verschiedenen Übungen in einer ruhigen, entspannten Atmosphäre durch. Manches wird dem Kind leichtfallen, anderes nicht. Eine große Bandbreite unterschiedlicher Entwicklungsstände ist vollkommen normal.
Falls Sie den Eindruck gewinnen, dass sich Ihr Kind in mehreren Bereichen deutlich schwertut, lassen Sie bitte zunächst abklären, ob das Kind gut hört und gut sieht. Wenn ja, empfiehlt sich eventuell die Durchführung des Bielefelder Screenings zur Früherkennung von Lese-Rechtschreib-Schwierigkeiten (BISC).

Elternhaus und Kindergarten finden sicher einen Weg, das Kind in seinen Entwicklungen angemessen zu unterstützen. Diese Unterstützung sollte nicht allein auf mögliche Defizite gerichtet sein, sondern an die Stärken und Vorlieben des Kindes anknüpfen. Nur so ermöglichen Sie dem Kind weiterhin ein freudiges und erfolgreiches Lernen – auch im Bereich der Schriftsprache.