Außerschulische LRS-Förderung?

13.10.2011

Worauf können (sollten) Eltern achten, wenn sie eine außerschulische LRS (Legasthenie) Förderung Ihres Kindes in Anspruch nehmen wollen? Anders formuliert: Welche außerschulische Förderung ist für ein Kind richtig und effektiv?

Das Angebot an außerschulischer Förderung im Bereich der
Lese-Rechtschreibschwierigkeiten ist groß und kaum überschaubar. Der Markt boomt - nicht selten wird von Anbietern der Umsatz höher geschätzt als das Wohl des Kindes.

Was hilft und was nicht hilft

Auch alternative Methoden, Körpertherapien und Massagetechniken geben vor, bei Lese-Rechtschreibschwierigkeiten helfen zu können. Stand der Forschung ist, dass nur die tatsächliche Arbeit an der Schriftsprache und am Lesen eine Verbesserung des Lesens und eine sicherere Rechtschreibung herbeiführt.
Alternative Methoden können das Wohlbefinden des Kindes steigern, Fehler werden davon aber nicht weniger. Auch eine reine Spieltherapie, bei der es allein um die psychische Stabilisierung geht, ist bei LRS nicht der richtige Ansatz. Falls das Kind bereits psychische Probleme infolge der LRS oder die LRS infolge psychischer Probleme bekommen hat, ist eine psychologisch-pädagogische Förderung unbedingt angebracht.

Die Person, die die Förderung durchführt, sollte auf jeden Fall aus der – pädagogischen oder therapeutischen – Arbeit mit Kindern kommen. Viele LRS-Therapeuten haben darüber hinaus auch Zusatzqualifikationen abgeschlossen wie eine Lerntherapieausbildung oder die Ausbildung zum Dyslexietherapeuten  und/oder bilden sich durch Fortbildungsangebote weiter.

Informieren Sie sich umfassend - eine gute Kraft antwortet auf alle Fragen

Machen Sie sich ein Bild davon, welche Elemente eine Förderung enthält. Beschränkt sich die Förderung auf Schreiben und Lesen? Gibt es in der Stunde auch andere Angebote wie Malen, Spielen, Gespräche usw.?

Neben dem Schreib- und Lesetraining ist es wichtig, das Kind mit seinen Problemen und Frustrationen, die durch die Schreib- und Leseunsicherheiten entstanden sind, wahrzunehmen und aufzufangen. Viele Kinder haben Selbstwertprobleme, sie fühlen sich dumm, geben sich selbst die Schuld am Versagen in Schreiben und Lesen, entwickeln Ängste oder kompensieren die Schwäche durch "starkes Auftreten". Eine Förderung ist effektiv, wenn das Kind als "Ganzheit" angenommen wird. Es soll sich mit seinen Stärken erleben können, LRS oder Legasthenie als Teil von sich akzeptieren können, ohne sich selbst die Schuld daran zu geben – doch auch, ohne zu resignieren "ich bin krank, da kann ich nichts dran ändern".

Erfolg macht lebendig - Misserfolg macht stumm

Ein Lese- und Rechtschreibtraining sollte so aufgebaut sein, dass das Kind immer ein Erfolgserlebnis hat. Das erreicht man zum einen durch einen klaren, auf das Kind zugeschnittenen Aufbau bei den Schreib- und Leseübungen. Nur so können Frustrationen abgebaut und ein besseres Selbstwertgefühl aufgebaut werden. Die Frage nach dem Fördermaterial, mit dem gearbeitet wird, spielt daher eine eher untergeordnete Rolle.

Ein Hinweis für die Qualität eines Förderangebots ist auch die Erläuterung des Ablaufs. Was im pädagogischen und eventuell psychologischem Bereich erarbeitet werden soll, wird mit den Eltern ausführlich besprochen

Unter anderem aus Kostengründen wird auch eine Gruppenförderung erwogen. Die Gruppenstärke sollte vier Kinder nicht überschreiten – in diesem Rahmen ist eine individuelle Arbeit möglich.

Das wichtigste Indiz für ein gutes Gelingen ist, dass das Kind gerne in die Stunde geht

Wenn Sie ihr Kind in die LRS-Förderung "tragen" müssen, schaden Sie ihrem Kind, Ihrer Beziehung zum Kind und Sie verschwenden Ihr Geld ...

Weitere Aspekte finden Sie unter "Welche Hilfe für mein Kind".