Eurydice-Studie zur Lesekompetenz in Europa
Thema Lesekompetenz: In Europa können 20% der 15-Jährigen und viele Erwachsene nicht lesen. Europäische Länder müssen ihre Bemühungen verstärken! Zu diesem Ergebnis kommt die am 11. Juli 2011 veröffentlichte "Eurydice-Studie zur Lesekompetenz in Europa".
Was ist "Eurydice"?
Das Eurydice-Netz stellt Informationen und Analysen zu den europäischen Bildungssystemen und - strategien bereit. Seit 2011 besteht es aus 37 nationalen Eurydice-Stellen in 33 Ländern, die am EU-Projekt für lebenslanges Lernen teilnehmen.
Die Studie enthält die vier Themenschwerpunkte
• Pädagogische Ansätze
• Behebung von Leseschwächen
• Aus- und Weiterbildung von Lehrkräften
• Förderung des Lesens außerhalb der Schule
Zu jedem dieser Aspekte wurden aktuelle Forschungsarbeiten und die jüngsten Ergebnisse internationaler Erhebungen ausgewertet und analysiert.
Die wichtigsten Ergebnisse zu den einzelnen Themenschwerpunkten
Die Studie stellt fest, dass es für das "Lesen-Lehren" in den meisten Ländern richtige politische Ansätze gibt. So wurden in den letzten Jahren erhebliche Anstrengungen unternommen, um vorbildliche pädagogische Ansätze zu fördern.
Allerdings gibt es keine Universalstrategie, die garantiert zum Erfolg führt. Eine Kombination verschiedener Strategien zur Verbesserung des Leseverständnisses scheint am sinnvollsten zu sein.
Fachkräfte für Leseförderung? In Deutschland laut Studie Fehlanzeige
Leseschwächen ließen sich wirksam beheben, wenn Probleme frühzeitig erkannt und behoben werden können. Die Studie zeigt allerdings auf, dass es nur in acht europäischen Ländern (Vereinigtes Königreich, Malta, Irland und die fünf nordischen Staaten) Fachkräfte für Leseförderung gibt, die das Lehrpersonal und die Schüler unterstützen.
Besonders wirkungsvoll ist dabei ein intensiver, zielgerichteter Unterricht für Einzelpersonen oder in kleinen Gruppen.
Fehlgeleitete Leseförderung?
Die Initiativen zur Leseförderung beziehen sich in den meisten Ländern auf die Allgemeinheit und weniger auf diejenigen, die am meisten mit Leseschwächen zu kämpfen haben, wie z.B. junge Menschen aus benachteiligten Verhältnissen oder mit Migrationshintergrund.
Was geschehen muss
Die Studie plädiert dafür, dass die Lehrmittel so vielfältig wie möglich sein sollten und auch Multimedia-Materialien zum Einsatz kommen sollten. Gleichzeitig ist sie eine Bestätigung für alle diejenigen, die sich mit leseschwachen Schülern und Erwachsenen beschäftigen. Eltern, Erzieher Förderkräfte und Therapeuten, die die Erfahrung gemacht haben, dass dem "Lesen lernen" und "Lesen verbessern" oft äußere Grenzen gesetzt sind: Eine Leseförderung in einer Kleingruppe an Schulen ist meist nicht möglich, sei es aus Kostengründen oder Personalmangel. Einem leseschwachen Kind Aufgaben in einer Probe nochmals vorzulesen, sprengt oft den schulischen Rahmen. Viele Eltern können sich eine private Leseförderung
für Ihr Kind einfach nicht leisten. Für leseschwache Jugendliche wird zudem nicht genügend ansprechendes Lesematerial angeboten.
Zur Studie "Eurydice-Studie zur Lesekompetenz in Europa"




