Lesen in digitalen Medien?

05.07.2011

Medien pädagogisch nutzen, um Lesefreude zu erhöhen

"Lesefähigkeit bedeutet, geschriebene Texte zu verstehen, zu nutzen, über sie zu reflektieren und sich mit ihnen auseinanderzusetzen, um eigene Ziele zu erreichen, das eigene Wissen und Potenzial weiterzuentwickeln und am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen." (OECD 2010)

Kind liest Zeitung, Opa liest am Laptop.

 

Kinder nicht nur in Österreich gefährdet 

2011 hat die OECD die Ergebnisse einer internationalen Pisa-Zusatzstudie veröffentlicht, die aufhorchen lassen: Österreichs Schüler (Deutschland hat sich an dieser Vergleichsstudie nicht beteiligt) sind beim sinnerfassenden Lesen elektronischer Medien wie Internet, E-Mails oder Blogs noch schlechter als beim Erfassen gedruckter Texte:
"Problematisch sind in Österreich die 28 % Risikoschüler/innen (je 28 % sowohl beim Lesen elektronischer als auch gedruckter Medien), die sehr geringe Grundkompetenzen aufweisen und dadurch Gefahr laufen, in ihrem privaten und gesellschaftlichen Leben erheblich beeinträchtigt zu werden. Im Vergleich zu Korea (2 %) weist Österreich fast vierzehnmal so viele Risikoschüler/innen auf."

Keine Buchstabenkenntnis bedeutet keine Medienkompetenz

Das Ergebnis der Studie weist auf eine enge Wechselwirkung zwischen der Lesekompetenz und der Medienkompetenz hin.  LegaKids sieht diese Wechselwirkung als "kommunizierende Röhre" -  auf der einen Seite Buchstaben, auf der anderen Seite Medienkompetenz, die sich wechselseitig verstärken bzw. schwächen.
Die technischen Fähigkeiten und den Spaßfaktor der Kinder im Umgang mit Computern wollen wir nutzen, um ihre Freude an den Buchstaben zu erhalten und zu erhöhen.

Kleiner Hinweis an die Politik:

Menschen, die den Kontakt zur Schriftsprache verlieren, sind in ihrer eigenverantwortlichen Lebensführung und eigenverantwortlichen Mediennutzung stark eingeschränkt. Welche sozialen und wirtschaftlichen Folgen das für unsere Gesellschaft hat, sollte die Politiker mehr als beunruhigen.

Pisa 2009 - Lesen im elektronischen Zeitalter - Ergebnisse (44 kb) Kurzfassung
Herausgeber Schwantner, U. & Schreiner, C.
Die Gesamtstudie finden Sie beim Bundesinstitut für Bildungsforschung, Innovation & Entwicklung des österreichischen Schulwesens (bifie).