Schultipps

Pfeil mit Kreide

Das Schuljahr beginnt
"Ich bin die Neue"
Was tun, wenn sich Ihr Kind vor der Nacht fürchtet?
Lesen und Schreiben mit der Silbenmethode unterstützen

 

 

 

 

Das Schuljahr beginnt

Erinnern Sie sich noch an die eigene Schulzeit? Ein neues Schuljahr beginnt – das war doch immer etwas Besonderes! Und das es ist es auch heute für unsere Kinder.

Wie wir es damals getan haben, beginnen heute Kinder den Start ins neue Schuljahr meist mit guten Vorsätzen. Manchmal überfordern sie sich dabei. Sie nehmen sich zu viel vor oder sie überschätzen ihr Durchhaltevermögen.

gute Vorsätze

Vor Überforderung schützen

Wie können wir dem Kind (und uns) Enttäuschungen ersparen und es davor schützen, sich zu überfordern? 

  • Wir können von unseren eigenen Schulerfahrungen erzählen – von dem, was uns gelungen ist, aber auch von dem, was wir nicht so gut hinbekommen haben.
  • Wir können uns nach den Vorsätzen des Kindes erkundigen – vielleicht hat es ganz konkrete Gedanken dazu oder doch schon erste Ideen.
  • Dann klären wir mit dem Kind gemeinsam ab, ob diese Vorsätze wirklich erreichbar sind.
  • Wir besprechen, welche guten Vorsätze für das Kind die wichtigsten sind. Auf die kann es sich konzentrieren.
  • Wir konkretisieren die Vorsätze: Was bedeutet "in Englisch besser werden"? Soll statt der 4 in Englisch eine 3 im Halbjahreszeugnis stehen? Oder ist das Ziel, die Vokabeln regelmäßiger zu lernen?

Konkretisieren der Vorsätze

Max zum Beispiel nimmt sich vor, die Vokabeln regelmäßig zu lernen.
Die Mutter entwirft mit ihm ein Plakat, auf dem dieser gute Vorsatz beschrieben ist: Vokabeln lernen, dabei die Wörter schreiben, täglich zu einer bestimmten Zeit für zehn Minuten.

Oder: Was bedeutet "eine schönere Heftführung"?
Auch das kann ganz konkret auf einem Plakat oder einer gemeinsam gestalteten Musterseite festgehalten werden. Wichtige Punkte werden hervorgehoben: den Rand einhalten, eine schöne Schrift probieren, Überschriften mit Lineal unterstreichen, darauf achten, dass keine Eselsohren entstehen, Bilder dazu malen oder einkleben ...
Und auch die Überlgegung, was sich der Lehrer oder die Lehrerin zu diesem Thema vorstellen könnte, hilft vielleicht weiter.

Soziale Belohnung verbindet

Für jeden Tag, an dem Max einen Vorsatz eingehalten hat, kann er sich auf das Plakat ein Smiley kleben oder einen Punkt malen. So weiß er, wie oft es ihm gelungen ist, seinen "Englischvokabel-lernen-Schweinehund" zu überwinden.

Für gesammelte Smileys oder Punkte gibt es dann eine Belohnung, vielleicht einen Kinobesuch oder gemeinsam Eis essen gehen. Soziale Belohnungen sind sinnvoller als materielle Geschenke. Sie schaffen Zuwendung auch in Situationen, die nichts mit der Schule zu tun haben.

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"Ich bin die Neue"

Neu in einer Klasse zu sein, das erleben unsere Kinder gleich bei der Einschulung und später auch beim Übertritt auf eine weiterführende Schule. In diesen Situationen sind sie alle gleichermaßen neu, weil eine neue Klassengemeinschaft gebildet wird.
Belastender wird von Kindern und Jugendlichen meistens empfunden, wenn sie durch Schulwechsel (z.B. nach einem Umzug der Familie) oder durch Wiederholen der Klassenstufe neu in eine bestehende Klassengemeinschaft kommen. Hier sind sie als "einzige" neu. Man kennt als "einziger" die Abläufe nicht, nicht die Gruppierungen der Schüler untereinander und man wird auch als "Neuer" oder "Neue" von allen Mitschülern ziemlich genau beobachtet.
Es hängt viel davon ab, wie Lehrkräfte die Situation handhaben und die neue Mitschülerin oder den neuen Mitschüler integrieren.

neu in der KlasseInformationen vorab einholen

Als Eltern können Sie den Anfang an einer neuen Schule für Ihr Kind erleichtern, indem Sie dort vorab ein persönliches Gespräch führen. Vielleicht ist es auch möglich, dass Ihr Kind vorher einen Rundgang durch die Schule machen und die zukünftige Lehrkraft kennenlernen kann.
Die Lehrkraft wird sicher auch Auskunft darüber geben, wie ein neues Kind üblicherweise in ihrer Klasse empfangen wird.

Hilfestellung aktiv anbieten

Wenn Ihr Kind eine Klasse wiederholen muss, ist dem meistens ein belastendes Jahr mit Lernschwierigkeiten und schlechten Noten vorausgegangen. Ermuntern Sie Ihr Kind, im neuen Jahr neue Lernstrukturen auszuprobieren und bieten Sie Hilfestellung dafür an. "Sitzenbleiber" werden oft auch von der neuen Klasse erst einmal belächelt. Manche Kinder und Jugendliche kompensieren dies durch "Coolness" und geben ein falsches Bild von sich. Es ist wichtig, dass Anschluss an Klassenkameraden gefunden wird, die eine positive Einstellung zum Lernen haben, damit die Wiederholung Aussicht auf Erfolg hat.

Vorbereitung durch gemeinsame Gespräche

Neu in einer Klasse zu sein, bedeutet erst einmal Unsicherheit. Bereiten Sie Ihr Kind auf den Neustart vor, indem Sie öfter darüber sprechen:

  • Erzählen Sie von Ihren Erlebnissen, in denen Sie selbst "neu" waren, z.B. an einem neuen Arbeitsplatz. Wie haben Sie sich gefühlt? Wie haben die anderen reagiert?
  • Helfen Sie Ihrem Kind, sich die neue Situation vorzustellen, indem Sie es an ähnliche Situationen erinnern, die es erfolgreich gemeistert hat: an die Einschulung oder an die Aufnahme in einer Sportgruppe.
  • Ermutigen Sie Ihr Kind in dem Gedanken, dass es schon ein paar Tage dauern kann, bis es sich sicherer fühlt und erste Kontakte knüpfen kann.
  • Lassen Sie Ihr Kind im Gespräch eigene Gedanken zur Kontaktaufnahme entwickeln.

Konkrete Unterstützung

  • Zeigen Sie Ihrem Kind, dass Sie sehr wohl wissen, wie schwer es ist, ein "Neuer" zu sein. Äußern Sie gleichzeitig Ihre Zuversicht, dass Ihr Kind es  schaffen wird.
  • Geben Sie Ihrem Kind einen kleinen Begleiter mit (ein Püppchen oder eine Kraftfigur, einen besonderen Stein), der beim Start in die neue Klasse mithelfen wird.
  • Spannen Sie den Bogen am ersten Tag bis zum Schulschluss: "Ich bin neugierig, was du mir heute  alles erzählen wirst!"

Das Bewusstsein, dass Mutter und Vater einem beistehen und man mit seinen Gefühlen bei ihnen ernst genommen wird, ist der beste Helfer für jede neue Situation eines Kindes.

 

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Was tun, wenn sich Ihr Kind vor der Nacht fürchtet?

Manchmal, wenn Lurs besonders fies war und Kinder mit "LRS, Legasthenie, Lernstörungen, Schulangst etc." geimpft hat, steigt auch die allgemeine Ängstigung. Diese Ängstigung der Kinder zeigt sich nicht selten darin, dass sie sich vor Dunkelheit fürchten. Dann bekommt die Nacht etwas Beängstigendes, nächtliche Schattenspiele werden zu Gespenstern, Dieben oder Monstern. "Mama, bleib da!", "Papa, bleib da!", rufen die Kleinen und signalisieren, dass sie alleine nicht klarkommen.

Angst vor der DunkelheitWas tun?

Versuchen, den Kindern die Angst auszureden? Das ist sicher nicht so günstig. Ihr Kind erhält dadurch keine Möglichkeit, seine Angst zu bewältigen.

Unsere Tipps:

Ein Schlaflicht oder Nachtlicht macht  die Dunkelheit erträglicher. Geben Sie Ihrem Kind etwas mit ins oder ans Bett, das beschützend wirken kann. Zum Beispiel eine kleine Fee, einen Ritter oder eine andere Figur, die viel Kraft und Macht besitzt. (Besonders geeignet ist der Kuschel-Plüsch-Lurs, weil der sehr mächtig ist :-)

Lesen Sie viel vor. Wählen Sie die Gutenachtgeschichten sorgfältig aus – am besten Geschichten, die lustig und unverfänglich sind. Damit kommen nicht zusätzlich weitere Ängste auf. Oder wählen Sie  Geschichten von Kindern, die stark und mutig sind. Hier bekommt Ihr Kind ein Modell, das ihm hilft, mit seinen Ängsten umzugehen.

Zum Beispiel:
"Kleine Helden, großer Mut" von Angelika Bartram und Jan-Uwe Rogge. Oder Astrid Lindgrens zahlreiche  Romanheldinnen und –helden wie Pippi Langstrumpf oder der Michel aus Lönneberga, um nur zwei der bekanntesten zu nennen. Schön sind auch die "King-Kong"-Geschichten von Kirsten Boie. King-Kong ist das Meerschweinchen von Jan-Arne und es erlebt mit ihm allerlei Lustiges und Spannendes.

Und ...

Dunkelangst entwickelt sich innerhalb von Tagen, Wochen oder auch Monaten – meist dauert es genauso lange, bis das Kind diese Ängstigung wieder in den Griff bekommt. Bleiben Sie geduldig.

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Lesen und Schreiben mit der Silbenmethode unterstützen

Das Prinzip der Silbenmethode: Vom Lesen zum Schreiben

Die übliche Methode ist, dass Anfänger Buchstabe für Buchstabe Lesen lernen. Geübte Leser erfassen aber nicht einzelne Buchstaben, sondern ziehen sie automatisch zu größeren Einheiten zusammen – denn wir sprechen keine Buchstaben, sondern Silben. Sie bilden die Struktur der deutschen Sprache. In Liedern entdecken Kinder schon vor Schuleintritt  Silben, Reime und Rhythmen und nehmen sprachliche Elemente bewusst wahr. Die Silbenmethode greift diese ganzheitlichen Vorerfahrungen auf.

Werden die Silben in einem Wort farblich durch den Silbentrenner markiert, kann der Leseanfänger die Einteilung sofort erkennen und muss sich das Wort nicht durch probieren erschließen. Zwei Beispiele machen dies deutlich:

Giraffe – Gir-af-fe(?) ist keine Affenart, sondern das Tier mit dem langen Hals: Giraffe.

Und Blumentopferde – Blu-men-to-pfer-de(?) ist keine Pferderasse, sondern Blumentopferde.

Die Silben unterstützen aber nicht nur beim Lesen, sondern auch beim Schreiben. Ist das System der Silben verstanden, lassen sich einfache Rechtschreibregeln ableiten. So werden die Leseregeln beim zweifarbigen Schreiben in Silben intuitiv zu Schreibregeln – entweder mit dem Wendestift oder mit zwei Stiften in unterschiedlichen Farben. Die Wahrnehmung von Silbenschnitt, Wortakzent und Wortrhythmus ermöglicht den Grundschülern die spontane Schreibung von Doppelkonsonanten, ck, tz, ie und Dehnungs-h. Damit können mindestens 85 % eines Textes sicher richtig geschrieben werden. Ergänzt durch die Beherrschung der Großschreibung werden die Schüler zu kompetenten Schreibern von Anfang an.

Mit einfachen Übungen können Eltern die Lese- und Schreibkompetenz ihres Kindes wesentlich fördern. Es gibt eine Fülle an Lernmaterialien zur Silbenmethode, die mit farbigem Silbentrenner ausgestattet sind, wie im Beispiel unten aus der Silbenfibel© "ABC der Tiere" vom Mildenberger Verlag. Beim Übergang vom Lesen mit Silbentrenner zur "normalen" Schrift entstehen keine Schwierigkeiten.

Cover Silbenfibel ABC der TiereBeispielseite Silbenfibel ABC der TiereBeispielseite Silbenfibel ABC der Tiere

Silbenübungen

Mit einfachen Übungen können Kinder sich die syllabische Struktur der deutschen Sprache bewusst machen.

Klatschwörter: Neben Liedern oder Reimen können lange Wörter (Schlangenwörter) erfunden werden. Besonders motivierend ist es, wenn Ihr Kind sich eines oder mehrere möglichst lange Wörter aus seinem Interessensgebiet aussucht. Ein pferdebegeistertes Mädchen wählt z. B. „Pfer-de-half-ter-schnal-le“.

Silbenwerfen: Als Abwechslung können die Schlangenwörter auch gesprochen und gleichzeitig mit einem Ball geworfen werden. Dies ist eine einfache und effektive Methode, wenn Ihr Kind bei einem Wort Schwierigkeiten hat, es richtig zu silbieren: Sie stehen dem Kind gegenüber. Sprechen Sie als erstes das komplette Wort ganz normal (also nicht langsam oder gedehnt) – z. B. Tomate. Sprechen Sie dann die erste Silbe und werfen gleichzeitig den Ball Ihrem Kind zu. Das Kind fängt den Ball. Ihr Kind spricht die zweite Silbe und wirft gleichzeitig den Ball zurück. Sie sprechen die dritte Silbe und werfen gleichzeitig wieder den Ball zu Ihrem Kind:

Silbenwerfen mit dem Wort TomateDie Gleichzeitigkeit von Sprechen und Werfen ist von größter Bedeutung.
Mit dieser Übung lernt Ihr Kind die Silben im wahrsten Sinne des Wortes anzufassen und zu begreifen.

 

Weitere Vorübungen finden Sie in:

Klatsch die Silbe
Zur Silbenfibel© "ABC der Tiere"
Zu den Lesetexten mit Silbentrenner
Zur ausführlichen Einführung in die Silbenmethode
Zur interaktiven Präsentation der Silbenmethode

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Leichter Lesen mit Silben

Aktuelles aus dem LRS-Blog

 

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