1. Teil: Vom Anfangsverdacht "LRS" bis zur Diagnose
2. Teil: Definition LRS / Legasthenie
3. Teil: Belastung, schulische Situation, Begabungen und Förderung
4. Teil: Erwartungen der Eltern
5. Teil: Bitten und Tipps der Eltern


Geschlechterverteilung; vom Verdacht "LRS" bis zur Diagnose

Die in Klammern gesetzten Zahlen sind die Vergleichszahlen aus dem Jahr 2006.

Geschlechterverteilung:

282 (281) Jungen  
114 (115) Mädchen
16 (17) unbeantwortet

Klassenstufe bei Feststellung der LRS bzw. Legasthenie

1.    Klasse :   72 (64)
2.    Klasse : 146 (126)
3.    Klasse :  94 (107)
4.    Klasse :  59 (55)
5.    Klasse :  22 (37)
6.    Klasse :    4 (11)
Zu einem späteren Zeitpunkt : 7 (6)
Ohne Angabe: 8 (7)

Zeit vom Anfangsverdacht bis zur Diagnose

ein bis drei Monate : 66 (57)
vier bis sechs Monate : 87 (91)
sieben bis zwölf Monate : 120 (118)
dreizehn bis achtzehn Monate : 26 (39)
neuzehn bis vierundzwanzig Monate : 34 (41)
länger als zwei Jahre : 50 (55)
weiß nicht : 20 (7)
unbeantwortet : 9 (5)


Den Anfangsverdacht äußerte:

Bekannter :  9 (9)      
Kinderarzt : 5 (11)
Familie : 14 (18)
Lehrer : 89 (100)
Selbst : 264 (255)

Ohne Antwort, bzw. weiß nicht  : 31 (20)

Zusammenfassende Bewertung:

Das Verhältnis Jungen zu Mädchen entspricht den bisherigen Annahmen über die Verteilung von LRS und bleibt auch über die Zeit stabil: Von den Betroffenen sind etwa zwei Drittel Jungen und ein Drittel Mädchen.

Problematisch ist nach wie vor der oft späte Zeitpunkt des Erkennens bzw. der Anerkennung der besonderen Probleme eines Kindes. Grundlegende Schwierigkeiten im Umgang mit den Buchstaben könnten von Lehrkräften bereits in der ersten Klasse beobachtet werden. Darauf aufbauende frühzeitige pädagogische Maßnahmen würden Kindern, Eltern aber auch Lehrern viel Energie und Folgeprobleme ersparen. Dass 50% der LegaKids erst nach der 2. Klasse und später erkannt werden ist bildungspolitisch ein Skandal. Nach wie vor werden die Schwierigkeiten in der Schule häufig verniedlicht „Das wächst sich schon noch aus ...“ oder einfach an die nächste Lehrkraft weitergegeben.
Um dies zu ändern, ist die Ausbildung aller Grundschullehrkräfte in der Didaktik des Lesens und Schreibens und zu möglichen Problemen im Prozess des Schriftspracherwerbs unbedingt notwendig.

Auch wenn im Vergleich zu 2006 eine kleine Tendenz zu schnellerer Diagnostik sichtbar wird, bestehen die Missstände letztlich  fort. Aufgrund teilweise extrem langer Wartezeiten bei Kinder- und Jugendpsychiatern, Schulpsychologen oder anderen Fachkräften zieht sich Zeit vom Anfangsverdacht bis zur Diagnose „LRS“ oder „Legasthenie“ bei  55 %  der Kinder mehr als ein halbes Jahr lang hin; bei 26 % dauert dies sogar länger als ein ganzes Jahr.
Ein bis drei Monate Zeit für die Diagnostik wäre das Wunschziel. Jeder weitere Monat verschlechtert nicht nur die Chancen der Kinder im Prozess des Lesenlernens Erfolge zu erleben, sondern erhöht zusätzlich die Gefahr der psychischen und physischen Erkrankung und der sozialen Stigmatisierung.

Es ist bemerkenswert, dass Eltern laut ihren Angaben so wenig von denen über einen Anfangsverdacht informiert werden, die sich abzeichnende Schwierigkeiten im Bereich des Erlernens der Schriftsprache als erste erkennen könnten: den Lehrkräften. Hier gibt es sogar eine Tendenz zu noch weniger Äußerungen durch die Lehrkräfte als 2006, während der Anteil der Eltern, die selbst auf den Verdacht einer LRS kommen, eher wächst.
Dabei läge es grundsätzlich im Aufgabenbereich der Schule, die Lernschwierigkeiten der einzelnen Kinder zu erkennen und dann die Eltern darauf hinzuweisen. Eltern sind zumeist keine Pädagogen, Psychologen oder Ärzte. Auch hören wir häufig von Eltern, dass sie von Lehrern, denen gegenüber sie diesen Verdacht geäußert haben, als „nicht kompetent“ angesehen werden. Vieles weist in diesem Zusammenhang darauf hin, dass die Kooperation Schule und Elternhaus verbessert werden sollte. Kompetenzrangeleien auf dem Rücken der Kinder will schließlich niemand.


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