1. Was ist Horch mal?
  2. Spielanleitung
  3. Grundsätzliches zu Lese- und Rechtschreibübungen
  4. Systemvoraussetzungen
  5. Kosten

2. Spielanleitung

Bitte schauen Sie sich die unterschiedlichen Bereiche des Spiels "Horch mal!" in Ruhe mit Ihrem Kind an. Als Motivation können Sie dem Kind mitgeben: "Es geht darum, das fiese Monster Lurs zu besiegen."
Wir empfehlen, dass das Kind vier bis fünf Mal in der Woche je zehn Minuten gegen Lurs antritt.

Spielbereiche

Tastentöne

Durch "Tastentöne" lernt das Kind die Töne zu den einzelnen Buchstaben kennen. Dabei kann es zwischen den Instrumenten Klavier und Schlagzeug wählen. Nach mehrmaligem Anhören können Sie ein Ratespiel ausprobieren: Ein Buchstabe wird geschrieben, und der jeweils andere soll ohne hinzuschauen erraten, welcher Buchstaben-Ton das sein könnte.

Instrumente

Die Option "Instrumente" ermöglicht durch das Ausprobieren eigener Buchstabenkombinationen einen spielerischen Umgang mit dem Schreiben. Auch hier kann das Kind zwischen Klavier und Schlagzeug wählen. Lassen Sie das Kind z.B. mehrmals hintereinander seinen Vornamen schreiben, so dass ein ganz persönlicher "Rhythmus" entsteht. Danach entwickelt das Kind bestimmt eigene Phantasien, was es gerne schreiben möchte. Durch die Leertaste kann eine kleine Pause zwischen die Töne gelegt werden.

schau genau

"Schau genau" ist zum Üben für Lese- und Schreibanfänger gedacht. Das zu schreibende Wort bleibt auch sichtbar, während das Kind schreibt.

merk's dir

"Merk's dir" stellt höhere Anforderungen, da das Wort nach einer vorher festgelegten Zeit verschwindet.

deine Wörter

Hier findet das Kind automatisch die von Ihnen erstellten Wortlisten bzw. Lernkarteien.

Wortlisten

Sowohl für "schau genau" als auch für "Merk‘s dir" gibt es auf bestimmte Problembereiche bezogene Wortlisten, die vor dem eigentlichen Spielbeginn ausgewählt werden.
Die Kinder können zu folgenden Bereichen üben:

  • häufige Wörter
  • Doppelkonsonanten
  • harte und weiche Auslaute
  • Ableitungen
  • Dehnungs-h
  • s - ss - ß
  • Merkwörter

Im Folgenden einige Tipps zu den unterschiedlichen Wortlisten, mit denen Sie die Kinder gegebenenfalls unterstützen können.

Ihr, wir und mehr - die 500 häufigsten Wörter

Es ist sinnvoll, die häufig vorkommenden Wörter gezielt zu üben, um die Wortbilder gut zu verankern und zu speichern.

Waffel und Tafel - Doppelkonsonanten

Ein Doppelmitlaut kommt üblicherweise immer dann, wenn der Selbstlaut davor kurz gesprochen wurde - wie bei Waffel. Auf einen lang gesprochenen Selbstlaut folgt dagegen nur ein Mitlaut - wie bei Tafel. Sie können mit dem Kind üben, den Selbstlaut in einem Wort einmal extrem lang zu sprechen (Waaaaafel) und einmal möglichst kurz (Waffel). Man kann dazu auch ein Gummiband zur Hilfe nehmen und es entsprechend lang bzw. kurz dehnen. Das Kind wird beim Ausprobieren der Extreme meist gut erkennen, welche Version des Wortes richtig(er) klingt.
Eine weitere gute Hilfe ist es, ein Wort in klar voneinander abgegrenzten Silben zu sprechen: Waf-fel bzw. Ta-fel.
Auch so kann man hören, ob das Wort einen Doppelmitlaut enthält oder nicht.

Berg und Werk - harte und weiche Auslaute

Bei einigen Wörtern kann man vom Hören her nicht unterscheiden, ob sie mit g oder k, mit b oder p, mit d oder t enden. Wenn man das Wort verlängert, also die Mehrzahl bildet oder das passende Eigenschaftswort bzw. Zeitwort findet, kann man den harten bzw. weichen Auslaut hören. (Berg kann man etwa zu Berge verlängern oder auch zu bergig, Werk zu Werke oder zu werken.)

Gäule und Eule - Ableitungen

Die Laute eu und äu oder auch e und ä klingen gleich oder ganz ähnlich. Man muss daher den Wortstamm überprüfen, um sicher zu sein. Gäule etwa kommt von Gaul, Eule dagegen hat keinen Wortstamm mit au.

Qual und Wahl - das Dehnungs-h

Manche Wörter haben ein h, das man nicht hören kann. Menschen ohne Rechtschreibschwierigkeiten merken sich einfach, wo ein h kommt und wo nicht und erkennen meist auch am Wortbild, ob ein Wort richtig aussieht. "Quahl" sähe für sie einfach komisch aus. Regeln für das Dehnungs-h kennen sie normalerweise nicht. Dennoch gibt es zwei hilfreiche Regeln zum Dehnungs-h:

  1. Das stumme-h, das ist nicht schwer,
    steht meist vor l, m, n und r.
  2. Beginnt das Wort mit sch, sp, t oder q,
    dann lass' das stumme-h in Ruh'.

Kinder brauchen allerdings einige Zeit und Unterstützung, um diese Regeln umsetzen zu können - mit der Wortliste können die Kinder auch ohne diese Regeln üben, um sich Wortbilder besser einzuprägen.

Rose, Ross und Ruß - S-Laute

Nach einem lang gesprochenen Selbstlaut kommt nur ein Mitlaut, also entweder ein s oder ein ß. Doppel-s steht deshalb nur nach einem kurz gesprochenen Selbstlaut.
Das s klingt vor einem Selbstlaut wie das Summen einer Biene oder Mücke, ß und ss klingen wie das Zischen einer Schlange. Die Unterscheidung kann man am besten ausprobieren, indem man sich die Ohren zuhält und dann die beiden verschiedenen S-Laute spricht - die Resonanzunterschiede können auch Kinder, die sich mit der auditiven Differenzierung schwer tun, sehr deutlich spüren.

Mai, Tee und Vase - Merkwörter

Manche Wörter halten sich an keine Regel. Man muss sie sich einfach merken - und das geht am besten durch Üben...

eigene Wortlisten und Lernkarteien anlegen

Als registrierter Benutzer von "Horch mal!" können Sie außerdem eigene Wortlisten und Lernkarteien anlegen

Für eine Wortliste können Sie beliebig viele Wörter eingeben, die Sie für ein oder auch mehrere Kinder sinnvoll finden. So können Sie Wörter für eine Nachschrift üben lassen oder "Reizwörter" zusammenstellen, die das Kind nach dem Üben zum Schreiben einer Geschichte anregen und vieles mehr. 

Bei einer Lernkartei ist die Wortzahl auf 25 begrenzt, damit das Kind seinen Lernerfolg deutlich sehen kann. Wenn das Kind ein Wort fünfmal richtig geschrieben hat, verschwindet dieses Wort aus der Lernkartei, das Kind wird gelobt. Das Kind arbeitet also seine persönliche Lernkartei nach und nach ab, bis die Lernkartei keine Wörter mehr enthält - die Wörter sind jetzt nicht mehr in der Kartei, sondern im Gedächtnis des Kindes, und das wird als bestärkender Erfolg erlebt.

Einstellungsmöglichkeiten

Bei den unterschiedlichen Spielebereichen steigern sich die jeweiligen Einstellungsmöglichkeiten.

Wörteranzahl: ("schau genau", "merk'‘s dir")
Hier wählen Sie oder das Kind aus, wie viele Wörter das Kind übt, bevor das Spielende eintritt. Bitte achten Sie darauf, dem Kind Erfolgserlebnisse zu ermöglichen und ihm nicht durch einen allzu großen Arbeitsberg die Motivation zu nehmen. Die Mindestanzahl der zu übenden Wörter ist bei zehn voreingestellt.

Zeitabstand: ("schau genau", "merk‘s dir")
Hier kann das Kind bestimmen, wie schnell die Töne hintereinander abgespielt werden - ein Wert von 2 bedeutet dabei ziemlich schnell, 0 ist sehr schnell, ein Wert von 5 sehr langsam. Anfangs empfiehlt sich ein eher größerer Zeitabstand von 3 oder 4.

Sekunden: ("merk‘s dir")
Hier können Sie einstellen, wie lange ein Wort gezeigt wird, bevor das Kind es aus dem Gedächtnis nachschreibt. Anfangs empfiehlt sich hier ein relativ hoher Wert, also etwa 4 oder 5, bei kleineren Kindern eher noch höher. Bei geübteren Kindern kann man den Wert dann verringern.