Vorlesen fördert die Lesefähigkeit

30.05.2011
Vater liest seinen Söhnen vor.

Kinder lieben es, vorgelesen zu bekommen. Und Eltern wissen, wie entspannend und innig im Kontakt das Vorlesen sein kann.

Welchen Stellenwert das Vorlesen über das Geschehen in der Familie hinaus hat, wird in dem Artikel "Möglichkeiten zur basalen Leseförderung durch Vorlesen" im Alfa-Forum (Heft 76) des Bundesverbandes Alphabetisierung und Grundbildung e.V.beschrieben.

Die Autoren haben hier sieben entscheidende Argumente aufgeführt:

Warum Vorlesen?

  • Durch Vorlesen findet (nicht nur) das Kind Zugang zur kulturellen und literarischen Tradition. Vieles an Inhalten und Gedanken kann sonst nicht nachvollzogen werden. 
  • Eltern, Lehrkräfte und Lesepaten sind Lesevorbilder und Lesemodelle für die Kids. Sie können die Neugier für Literatur wecken, indem sie Jugendbücher und Kurzgeschichten mit spannenden und brisanten Themen auswählen (und/oder sich an den Vorlieben der Kids orientieren).
  • Beim Vorlesen entfällt das oft mühsame Erlesen des Textes. Es wird ausschließlich zugehört. Die Aufmerksamkeit kann sich ganz auf den Inhalt richten. Die Autoren beschreiben sogar, dass sich die Lesebereitschaft erhöht, wenn zudem noch "theatralisch" vorgelesen wird.
  • Durch Vorlesen  entstehen Bilder, ein "Kopfkino" läuft ab. Das Verstehen von Texten verbessert sich, auch wenn sie nicht selbst gelesen werden. Die Phantasie wird angeregt, die Konzentration geschult.
  • Nach Pisa haben deutsche Schüler immer noch Schwächen im "Reflektieren und Bewerten". Anschließende Gespräche fördern Nachdenken.
  • Vorlesen erweitert den Wortschatz.
  • Jugendliche und Erwachsene mit Migrationshintergrund sind besonders auf Vorlesen angewiesen. Dadurch entwickelt sich Text- und Sprachverständnis.

Vorlesen entwickelt Lesefreude, fördert die Kommunikation, festigt die Beziehung und motiviert zum Selberlesen.
Ein Forschungsprojekt "Leseförderung durch Vorlesen" bei Hauptschülern weist nach: Durch das regelmäßige Vorlesen der Lehrkraft verbessert sich die basale Lesefähigkeit der Schüler.

Fazit: Fürs Vorlesen ist es nie zu spät und nie zu früh.

Quelle: Das für Eltern und Lehrer sehr empfehlenswerte Heft "Alpha-Forum" Frühjahr 2011 Nr. 76, das sich ganz der Leseförderung widmet.