1. Teil: Vom Anfangsverdacht "LRS" bis zur Diagnose
2. Teil: Definition LRS / Legasthenie
3. Teil: Belastung, schulische Situation, Begabungen und Förderung
4. Teil: Erwartungen der Eltern
5. Teil: Bitten und Tipps der Eltern


Bitten und Tipps der Eltern


Bitten an Lehrkräfte

Wohlwollend und motivierend auf allen Lernwegen fördern
Die Kritik der Eltern an einem wettbewerbs- und selektionsorientierten Schulsystem findet in den Bitten an die Lehrer ihr Gegenstück.
Zitate: 
"Spart nicht mit Lob! Unterstützung bedeutet Mehrarbeit - aber es lohnt sich!!! Mehr mündliche Abfragen wären toll!"
"Nicht verzweifeln am System und trotzdem versuchen, als Einzelperson immer wieder "gegen das System" zu arbeiten,  so wenig "Wettbewerb" wie möglich in der Schule (abartige Spielchen wie Kopfrechenkönig oder Füllerführerschein oder sonstiges in dieser Richtung spalten und separieren jede Klasse und sind ein Hohn für das Bildungsziel individuelle Förderung)"
"Die Kinder zu unterstützen und sie ganz oft positiv zu bestärken. Die nötige Geduld und Verständnis."
"Bitte seht die Gesamtpersönlichkeit! Bitte werdet nicht müde, diesen Kindern Mut zu machen. Denn: Mut vollbringt Wunder!"
"Mein Kind leidet gerade in Englisch sehr unter der Situation, aber es kommt nur Tadel von der Lehrerin. Positive Motivation wäre soooo!!! wichtig!!!!!!!!!!!"
"Bitte achtet mehr auf die Kinder, unterrichtet mit verschiedenen Lernwegen und stellt unterschiedliches Material zusammen."
"Halten Sie sich an das Gesetz: vorlesen, mündlich abfragen... abwechslungsreicher Unterricht, nicht nur Blätter ausfüllen, auch mal Bewegung, Rollenspiel usw."

Vertrauen ins Kind und in die Eltern
Häufig erleben Eltern, dass Lehrkräfte ihren Kindern aufgrund der Lese-Rechtschreibprobleme wenig oder gar nichts zutrauen. Viele Eltern wünschen sich daher mehr Vertrauen der Lehrer in die Fähigkeiten der Kinder und auch mehr Vertrauen in die Erfahrungen der Eltern.
Zitate:
"Vertrauen Sie Kindern und Eltern."
"Glauben Sie daran, dass man auch mit Rechtschreibproblemen eine höhere Schulbildung schaffen kann. Glauben Sie den Eltern und setzen sie Vertrauen in die Kinder; Druck hilft nicht, Unterstützung schon."
"Mit den Eltern in Dialog bleiben. Das Kind als Ganzes sehen."
"Bilden Sie sich weiter, aber hören Sie auch auf die Eltern. Eltern sind die Experten für ihre Kinder!!!"

Kinder schützen
Einen großen Problembereich sehen die Eltern im Umgang mit den Schwächen der Kinder. Dabei geht es sowohl um Mobbing durch andere Kinder als auch um Demütigungen des Kindes durch Lehrer.
Zitate:
"Bitte lassen sie nicht zu, dass Kinder aufgrund ihrer Legasthenie gemobbt werden."
"1) nehmt mein Kind so wie es ist 2) tut alles dafür, das jedes Kind in der Gemeinschaft akzeptiert wird"
"Stärker gegen Ausgrenzung auftreten. Weniger Notenstress."
"Das Kind mit seinen Schwächen annehmen und akzeptieren - es nie wegen seiner LRS vor anderen Schülern bloßstellen"
"Beschämen sie die Kinder mit LRS nicht immer wieder!"

Nachteilsausgleich gewähren, Spielräume nutzen
Viele Eltern bitten die Lehrkräfte direkt darum, sich intensiv mit den gesetzlichen Regeln zum Thema LRS auseinanderzusetzen und ihre Spielräume im Sinne der Kinder zu nützen.
Zitate:
"Liebe Lehrer, beschäftigt euch mit den Vorschriften der Gesetzgeber hinsichtlich der Förderung von LRS-Kids und wendet diese Erlasse konsequent an. Motiviert die Kinder, denn unterlassen Hilfeleistung durch Lehrer kann Schüler für ihr gesamtes restliches Leben schädigen."
"Ihre Rechte wahrnehmen, die sie nützen können, um LRS-Kindern zu unterstützen." "Sich über LRS aufklären lassen, um Kinder zu verstehen und ein besseres Arbeiten zu gewährleisten."

Dabei gibt es zwei unterschiedliche Strömungen – Eltern, die ihre Kinder als "behindert" anerkannt wissen wollen sowie Eltern, die das Etikett "Behinderung" deutlich ablehnen.
Zitate:
"Anerkennung der nach WHO diagnostizierten Legasthenie durch einen KJP - Störung = Behinderung und entsprechende Reaktion darauf in dem Notenschutz und Nachteilsausgleich zum Tragen kommen muss"
"Die Kinder nicht als behindert abzustempeln, sich besser darüber zu informieren"

Akzeptanz der Schwäche – Geduld und Zeit
Die wichtigsten Schlagworte, die immer wieder auftauchen sind hier: "mehr Verständnis, mehr Zeit", "Geduld, Zeit".
Zitate:
"Akzeptieren, dass es eben nicht "schöner, sauberer, fehlerfrei" geht. Chancen geben und nicht durch die Deutschnote frustrieren."
"Mein Kind ist anders, bitte nimm es so an und akzeptiere es. Mein Kind weiß, dass es anders ist - bitte mach es nicht noch zusätzlich fertig."
"Sprechen Sie mit meinem Kind, welche Maßnahme ihm helfen könnte. Versuchen Sie die Schrift meines Kindes zu akzeptieren und schreiben sie keine verletzenden Bemerkungen unter seine Arbeiten."
"Stellt Euch vor, Ihr würdet Euch wirklich bemühen - und keiner glaubt es Euch. Seht in einem Kind, was es kann - und nicht nur, was es nicht kann."

Sich aktiv Fachwissen aneignen
Da die Lehrerausbildung dies in den wenigsten Fällen vorsieht, bitten die Eltern die Lehrer darum, sich selbst im Bereich LRS / Rechenschwäche etc. fortzubilden und ihr Wissen aktiv einzubringen.
Zitate:
"Geht auf Lehrgänge damit ihr diesen Kindern helfen könnt."
"Sich ein gutes Buch über Legastheniker und Dyskalkulie kaufen, um Kinder zu fördern und nicht in Ihren Begabungen zu hemmen!"
"Fortbildungen besuchen  - Sich für Ihre Lehrerrechte einzusetzen, nur dann kann man auch andere Rechte achten!"
"Machen Sie sich schlau zum Thema LRS. Und gucken Sie die Kinder (nicht nur die mit LRS) nicht defizitorientiert, sondern ressourcenorientiert an."
"Bitte bilden sie sich zu LRS fort. 10 % aller Kinder haben das Problem mehr oder weniger stark."

Zufriedenheit und Dank
Auch wenn es nicht so viele sind, sollen hier gerne die positiven, zufriedenen Elternstimmen zu Wort kommen:
Zitate:
"Wir sind mit den Lehrern zufrieden!!!!!!"
"An unserer Schule bin ich eigentlich wunschlos glücklich."
"Unsere Lehrerin hat das super im Griff.  Sie bewertet meine Tochter sehr differenziert. Trotz attestierter LRS ist Deutsch ihr Lieblingsfach. Alle Kinder in der Klasse sehen, dass ihr das Schreiben und Lesen Probleme macht und unterstützen sie, indem sie ihr über ihre Intelligenz ausdrücklich positives Feedback geben (und das in der 2. Klasse)"


Alle Antworten der befragten Eltern können Sie in einer pdf-Datei herunterladen.

Bitten der Eltern an Lehrer (180 KB)


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