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Definition LRS /Legasthenie

Als was würden Sie LRS / Legasthenie bezeichnen?

Da Mehrfachnennungen möglich waren, ergibt sich folgendes Bild:

Behinderung: 68
Krankheit: 25
Schwäche: 322
Geringe Begabung für Lesen und Schreiben: 116
Störung: 182
Genetischer Defekt: 54
Anderes Begabungsprofil 80
Wahrnehmungsstörung: 358
Kann mich nicht entscheiden: 16

 

Weitere Persönliche Definitionen von LRS / Legasthenie:

Teilleistungsstörung, Lernstörung, Multiple individuelle Störung, Teilleistungsschwäche, Differenzierungsschwäche, Entwicklungsverzögerung im Bereich des Lesens und Rechtschreibens, kaum Automatisierung auf der Ebene der Einzelbuchstaben und später des Grundwortschatzes, Blockade, Herausforderung, Kinder haben zum Teil falsche Strategien erworben, die später zu Problemen führen, Störung in der Wahrnehmung und morphematischen Zuordnung von Lauten, langsame Lerner, Verzögerung des Lernprozesses, andere Lernformen, multikausale Ursachen ...
Gleichzeitig wurde die Unterrichtsqualität angesprochen. Stellvertretend hierzu zwei Einträge: "mangelndes Wissen der Lehrkräfte um Schriftspracherwerb, Diagnostik und Förderung", "Unterschiedliche Gründe (Raumlageunsicherheiten / auditive Wahrnehmungsverarbeitungsstörungen / optische Differenzierung / phonologische Bewusstheit) führen bei schlechtem Unterricht zur Legasthenie."

Um finanzielle Förderung, einen Nachteilsausgleich in der Schule oder eine Legasthenie-Therapie für diese Kinder zu bekommen, halten Sie es für empfehlenswert, die Kinder als "behindert" oder "krank" diagnostizieren zu lassen?

Ja: 100 = 19.7 %
Nein: 403 = 79,6 %
Ohne Eintrag: 5 = 0,6 %

Wenn Ja: Ich fände es richtig, wenn betroffene Kinder offiziell als "krank" eingestuft würden.
Ja: 42
Nein: 53
Ohne Eintrag: 5

Wenn Ja: Ich fände es richtig, wenn betroffene Kinder offiziell als "behindert" eingestuft würden.
Ja: 42
Nein: 48
Ohne Eintrag: 10

Zusammenfassende Bewertung:

Die Meinungen der Lehrkräfte in Bezug zur Frage: Was ist eigentlich Legasthenie? sind sehr different, aber auch differenziert. Letztlich nehmen sie immer wieder darauf Bezug, dass dem Erscheinungsbild Legasthenie / LRS ein multifaktorielles Ursachenbild zugrunde liegt. Einige wenige Lehrkräfte meinen, dass man LRS und Legasthenie auseinanderhalten müsse. Einige Lehrkräfte sehen die Ursachen der Lese-Rechtschreibschwierigkeiten nicht allein im Kind verankert, sondern rücken auch den schulischen Unterricht mit in den Blickpunkt. 

Die Einschätzungen der Lehrkräfte unterscheiden sich auf den ersten Blick nicht stark von denen der Eltern bei der Elternumfrage 2009.  Die Definitionsmögilchkeit "Wahrnehmungsstörung" rangiert bei beiden Gruppen ganz oben, am zweithäufigsten wird bei beiden "Schwäche" gewählt, bei den Lehrkräften steht an dritter Stelle allerdings der Begriff "Störung", während die Eltern hier ein "anderes Begabungsprofil" wählten.

Nur 4,9 % aller Lehrkräfte haben als eine Definitionsmöglichkeit von LRS / Legasthenie "Krankheit" angegeben , doch 8,3 % der Lehrkräfte hält es für sinnvoll, eine entsprechende Diagnose zu vergeben, um finanzielle Förderung, einen Nachteilsausgleich in der Schule oder eine Legasthenie-Therapie zu bekommen. Beim Thema "Behinderung" verhält es sich andersherum: 13,4 % der Befragten sehen LRS / Legasthenie u.a. als Behinderung, aber nur 8,3 %  halten es  für die oben genannten Unterstützungsmöglichkeiten für sinnvoll, Kinder offiziell als "behindert" einzustufen.

Hier ist der Vergleich mit den Angaben der Eltern aus dem Jahr 2009 besonders interessant: Die Häufigkeit bzgl. der Definition von LRS / Legasthenie als Krankheit (6,3 %) und Behinderung (14,8 %) ist ganz ähnlich wie bei den Lehrkräften. Doch die Not der Eltern ist so groß, dass sogar 38,5 % von ihnen bereit wären, ihr Kind als "krank" und 28,1 % ihr Kind als "behindert" einstufen zu lassen, um Therapie und / oder Nachteilsausgleich zu erhalten. 

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Auswertung

Zusammenfassung der Auswertung

Sie können sich die gesamte Auswertung als pdf-Datei (241 KB, 26 Seiten) herunterladen.

1. Teil: Ausbildungsstand der Lehrkräfte zum Schriftspracherwerb
2. Teil: Definitionen von LRS / Legasthenie
3. Teil: Belastung und Förderung der Kinder mit LRS / Legasthenie
4. Teil: Erwartungen der Lehrkräfte
5. Teil: Tipps der Lehrkräfte

Fragebogen

Lehrerfragebogen 2010 als PDF (1,3 MB)

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