Anna im Zahlendschungel Teil 4

23.09.2011

Hallo Freunde, habt ihr schon Teil 1, Teil 2 und Teil 3 von "Anna im Zahlendschungel" gelesen?

Besuch bei einer Blume

Da mir in der Schule wegen meiner Zahlenangst nicht geholfen werden konnte, hatte David mir einen Tipp gegeben. 

Und so kam es, dass ich vor der Haustür von Frau Dr. Blume stand. Frau Dr. Blume ist eine Therapeutin, die Kindern mit Zahlen- und Buchstabenproblemen hilft. Obwohl ich mich bis zur Tür getraut habe, hatte ich immer noch Bammel. Ich war so aufgeregt, ich dachte meine Hände wären eine Badewanne.

Eine klitzekleine Lüge

David, der mich begleitet hatte, schielte zu mir rüber und kicherte: "Hast du etwa Angst vor 'ner Blume?"

Ich wischte meine feuchten Hände an meiner Hose ab. "Ähm .. nein ... ich ... ich ... bin doch kein Angsthase."

War zwar gelogen, aber was soll's.

"Ich bin wahrscheinlich krank oder ziemlich gestört, wenn die Zahlen bei mir immer vor den Augen herumtanzen", sagte ich und glaubte es auch.

"Du bist nicht krank, nicht gestört oder sonst was! Wie oft muss ich es dir sagen, damit du es kapierst? Vielleicht kapierst du es, wenn es dir die Blume sagt", erwiderte David. Er war sogar etwas wütend.

Und ehe ich mich versah, klingelte er.

Ich streckte ihm noch schnell die Zunge raus und im selben Moment öffnete Frau Dr. Blume die Tür.

Über Probleme zu reden ist verdammt schwer

Eigentlich war das Zimmer ganz gemütlich, gar nicht wie beim Arzt. Aber ich starrte die ganze Zeit auf den Boden. Mann war das peinlich! Sie hatte das gesehen mit der Zunge. Wahrscheinlich dachte sie jetzt erst recht, dass ich verrückt bin. Und ich schämte mich umso mehr, ihr von meinem Matheproblem zu erzählen.

"Anna, ich kann dir nur helfen, wenn du mir sagst, was dich bedrückt", sagte sie.

Ihre Stimme war sanft und ruhig. Ich vergaß meine Ängste und begann über die Zahlen zu sprechen. Und sie ließ mich reden und reden - toll.

Manchmal steht das Glück auf der Straße

David hat die ganze Zeit auf der Straße gewartet. Richtig süß.
"Hey Anna, du lebst ja noch! Also hat dich die Blume doch nicht gefressen!" David grinste.

Ich gab ihm einen Schubser und antwortete: "Nein, sie hat mich nicht gefressen. Sie hat mir sogar ganz lieb zugehört. Und sie fand es nicht komisch, als ich ihr von den tanzenden Zahlen erzählt habe."

"Das ist doch super! Ich hatte also recht. Du bist nicht verrückt, nur weil du so wenig von Mathe verstehst", sagte er.

"Sie hat mir gesagt, manche Kinder sind in dem Bereich begabt und clever, andere sind in anderen Bereichen begabt und clever. Wenn einer nur ganz, ganz langsam laufen kann oder nur ganz, ganz schlecht singen kann, weil er die Töne nicht trifft, ist der ja auch nicht gestört oder krank oder doof oder so was. Und ich müsse nun ganz, ganz langsam Rechnen lernen, und das bringe sie mir schon bei und zwar ganz, ganz langsam."

Ich lächelte David an und da wurde mir bewusst, wie wichtig David für mich ist. Das war mir zwar auch etwas peinlich, aber ich war glücklich!


(Anna hatte in der ersten und zweiten Klasse große Schwierigkeiten mit den Zahlen und den Buchstaben. Jetzt hat sie diese Geschichte für LegaKids geschrieben. Vielleicht habt ihr selbst ja ähnliche Erfahrungen gemacht und möchtet sie uns mitteilen? Dann schickt uns einfach eine Mail. Fehler dürfen drin sein, das macht uns gar nichts :-)

Bitte gib oben eine E-Mail-Adresse mit an, wenn dir Lurs antworten soll. Danke!
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