Initiative "Recht auf Lesen"

Alle Kinder haben das Recht möglichst gut lesen lernen zu können und damit den Anspruch auf entsprechende Förderung innerhalb oder außerhalb der Schule. Die Länder sind verpflichtet, diesen Anspruch umzusetzen.

» Pressemitteilung LegaKids November 2016 zum Weltkindertag als pdf-Datei

Gemäß der Ottawa-Charta zur Gesundheitsförderung (1986) ist Gesundheit verstanden als Lebensqualität und als Verwirklichung der individuellen Leistungsfähigkeit ohne die Prinzipien Selbstbestimmung, Eigenverantwortung und Gleichberechtigung nicht  zu erreichen. Diese Prinzipien sind eng mit den basalen Fähigkeiten zum Lesen und zum Leseverständnis verbunden.

Diese Tatsache verpflichtet alle gesellschaftlichen Kräfte, insbesondere aber die Länder,  die nötigen Ressourcen zur Verfügung zu stellen, um allen Kindern den Zugang zu Schrift und Sprache zu ermöglichen.

Der Schriftspracherwerb ist eine wesentliche Voraussetzung zur Teilhabe am gesellschaftlichen Leben. Wir möchten das Augenmerk auf drei zusammenhängende Problemberei­che lenken, die Kindern sowie deren Familien den Zu­gang zu eigenen sowie gesellschaftlichen Ressourcen  und zu einem selbstbestimmten Gesundheitsbewusstsein erschweren:

  1. eine Tendenz, Kinder, die im schulischen Bereich engen Normierun­gen nicht entsprechen, als gestört, krank oder behindert einzustufen und ihre Schwierigkeiten aus dem schulischem Aufgabenbereich aus­zugliedern
  2. den immer noch zu hohen, teilweise sogar steigenden Prozentsatz der Kinder, die in der Schule nur eine unzureichende basale Lesekompetenz erreichen
  3. die aufgrund der beiden vorgenannten Punkte entstehenden psychi­schen, physischen und auch materiellen Belastungen von Familien mit ihren Auswirkungen auf die "Familiengesundheit"

Der dabei sich gegenseitig negativ verstärkende Wirkungs­zusammenhang zwischen Gesundheit und Bildung hat gravierende Folgen. Ein schlechter physischer sowie psychischer Gesundheitsstatus erschwert auch die Fähigkeit und Bereitschaft zur aktiven Teilnahme in der Aneig­nung von Wissen. Umgekehrt gilt: Wer sich nicht angemessen Wissen aneignen kann, dem ist auch der Zugang zu gesundheitsbezogenen Ressourcen erschwert.

Hintergründe:

  • Gesundheitsförderung wird verstanden als Prozess, der Individuen ein höheres Maß an Selbstbestimmung über ihr Leben im Allgemeinen und über ihre Gesundheit im Besonderen ermöglicht.
  • Zugang zu Gesundheitswissen und Ressourcen ist unmittelbar abhängig von der Fähigkeit  zum sinnentnehmenden Lesen.
  • Präventive Gesundheitsförderung sowie das Ziel, Kindern und Jugendlichen den jeweils höchstmöglichen allgemeinen Bildungsabschluss zu ermögli­chen, sind nur in Zusammenhang mit der Sicherung eines gelungenen Schriftspracherwerbs zu erreichen.
  • Gesundheitsförderung muss sich gesellschaftlichen Normierungsten­denzen und dem darin enthaltenen Potenzial zur Stigmatisierung,  Ausgrenzung und Pathologisierung entgegenstellen.

Mögliche Sofortmaßnahmen:

Um dieses Recht umzusetzen schlagen wir Maßnahmen vor, die vereinzelt  bereits durchgeführt werden:

  • Ausbildung zur Didaktik des Schriftspracherwerbs und zu mög­lichen Problemen in dem Prozess des Schriftspracherwerbs muss für alle Grundschullehrkräfte verpflichtend sein.
  • Anstelle der gleichschrittigen Unterrichtung der Schriftsprache werden individuelle Lernwege der Kinder zugelassen und unterstützt.
  • Bestmögliche individuelle Förderung wird  durch in die Schulstruktur inte­grierte Förderkräfte gewährleistet, um Stigmatisierung und Selektion vorzubeugen.
  • In besonderen Fällen kann eine spezielle außerschulische Förderung ergänzend notwendig sein. Diese darf nicht abhängig gemacht werden von einer Einstufung des Kindes als "krank", "gestört" oder "seelisch bzw. geistig  behindert".

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