Steni und die Reflektormaschine

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Stenis Vater ist wütend wegen der vielen Fehler im Diktat.

Eigentlich sollte niemand merken, dass Steni mit den Buchstaben auf Kriegsfuß steht. Aber er konnte das nicht ewig verstecken, durch Auswendiglernen und so.

Bevor Steni in die dritte Klasse kam, war sein Papa sein bester Freund.  Dann wurde Steni in der Schule immer schlechter. Sein Vater fing zu schimpfen an. Die Lehrerin sagte, dass er üben solle, einfach immer, immer, immer wieder üben, üben, üben. Aber es wurde nicht besser, es wurde immer schlimmer.

An einem Abend gab der Vater Steni ein kleines Diktat. Steni sollte schreiben:
"Wenn ich in der Schule nicht endlich anfange, richtig zu lernen, zu lesen und zu schreiben, darf ich vier Wochen nicht fernsehen."

Der Vater platzte beinahe vor Wut als er den fertigen Zettel anschaute. Kein einziges Wort war richtig geschrieben. Und diese Schrift …

Lega und Steni überlegen, woran ihre Probleme mit dem Lesen und Schreiben liegen könnten.

Zur gleichen Zeit lernte Steni Lega kennen. Sie war irgendwie cool und bestimmt nicht doof, wie sie selbst manchmal meinte.

Als Steni ihr erzählte, wie sein Vater vor lauter Wut ein Glas gegen die Wand gepfeffert hatte, sagte Lega:
"Das mit dem Lesen und Schreiben, das liegt gar nicht an uns.
Das weiß ich ganz genau. Es ist etwas wie, wie ein Alien, das sich in uns breit macht und uns das Lesen versaut. Man müsste das Ding sichtbar machen."

Steni und Lega bauen eine tolle Maschine.

Steni war ein begeisterter Tüftler. Was auch immer kaputtging - ein Wecker, ein Radio, ein Fernseher - Steni reparierte alles.

"Du müsstest einen Umwandler oder so was bauen. Immer, wenn dieses komische Gefühl, diese Angst und alles beim Lesen auftaucht, dann müsste das irgendwie Gestalt annehmen."

"Gefühle", überlegte Steni, "Gefühle sind elektrische Schwingungen und elektrische Schwingungen kann man einfangen und sichtbar machen ..."

Wochen und Monate tüftelten die beiden herum, probierten, löteten, schraubten und bauten. Endlich konnten sie die Maschine testen. Die ersten Versuche gingen ziemlich in die Hose. Erst war gar nichts zu sehen. Nur ein schrecklicher Ton war zu hören. Dann, dann - war da was? Nein. Höchstens ein bisschen was Grünes.

Aber Lega und Steni waren clever und sie gaben nicht auf. Es dauerte weitere Wochen bis sie die Schwachstellen entdeckten.

Lurs wird sichtbar.

Eines Tages war es soweit: Kaum hatte Steni den Hebel der Reflektor-Maschine auf EIN gestellt, tauchte wie aus dem Nichts ein giftgrünes, schuppiges, gehörntes Monster auf. Lauter Buchstaben hatte es auf dem Rücken und auf dem Schwanz.

"Wir haben es, wir haben es!", rief Lega begeistert ohne ein Zeichen der Angst zu zeigen. "Wir nennen es Lurs, das Lese- und Rechtschreibmonster."

Steni zeigt Lurs seinen Eltern.

Am gleichen Abend konnte Steni seinem Vater und seiner Mutter das Monster zeigen. Aber das hinterlistige Biest machte sich total niedlich.

Die Mutter sagte:
"Oh, so ein süßes, kleines Ding! Das tut doch niemandem was."
Sie wollte nicht wahrhaben wie böse Lurs in Wirklichkeit ist.
Der Vater klopfte Steni auf die Schulter - so fest, dass er beinahe in die Knie ging - und sagte:
"Mensch Junge, die Maschine ist ja was! Echt toll!"

Diesmal platzte Steni beinahe - aber vor Stolz.
Und vor lauter Freude über das Lob konnte er fast die ganze Nacht nicht einschlafen.

Am Tag darauf sollte Steni den Satz mit dem Lernen und so noch mal schreiben.Ihm schlotterten die Knie vor Angst, wieder so viele Fehler zu machen. Am liebsten wäre er weggelaufen.

Aber dieses Mal lachte der Vater und nahm Steni in den Arm.
"Super, Steni, ist doch schon viel besser. Ein Ingenieur ist mir sowieso lieber als ein staubtrockener Rechtschreibkünstler."

Ende

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