Rechenschwäche? Dyskalkulie?

Begrifflichkeit, Erscheinungsbild, Definition, Häufigkeit

Manche reden von Rechenschwäche, andere von Dyskalkulie, wieder andere von Rechen-Schwierigkeiten. Auch in den Büchern und der Fachliteratur zum Thema findet man diese unterschiedlichen Begriffe.
Grundsätzlich jedoch beinhalten die Begriffe Rechenschwierigkeiten, Rechenschwäche, Dyskalkulie dasselbe: nämlich Schwierigkeiten mit den Zahlen und große Probleme beim Rechnen. Egal welcher Begriff verwendet wird, in jedem Fall benötigen die Kinder Hilfe, wenn sie sich in der Welt der Zahlen nicht zurecht finden.

Erscheinungsbild von Rechenschwierigkeiten, Rechenschwäche

Die Kinder mit Rechen-Schwierigkeiten sind in der Regel bei sogenannten „zählenden Verfahren“ stehen geblieben und haben eine Abneigung gegen das Fach Mathematik entwickelt. Bereits Plus-Rechnen fällt ihnen schwer – Minus-Rechnen stellt sie vor große Herausforderungen. Ebenso verhält es sich bei „Mal“ und „Geteilt“. Meistens reichen die Verständnisprobleme der Kinder bereits bis in das Zahlen- und Mengenverständnis im Zahlenraum bis 10, also bis in die 1. Klasse, zurück.

Dies führt bereits in der Grundschule dazu, dass die Kinder dem Mathestoff nicht folgen können. Im weiteren Verlauf von Klasse zu Klasse scheitern sie immer mehr am Rechnen. Auch in den den lebenspraktischen Bereichen wie beim Messen, Wiegen oder beim Lesen der Uhrzeit fallen die Kinder mit ihren Schwierigkeiten auf. Beim Bestimmen von Zeitspannen oder beim Umgang mit Geld scheitern sie.

Häufigkeit

Eltern meinen meist, nur ihr Kind habe diese Schwierigkeiten im Rechnen und vermeiden daher, mit anderen darüber zu reden. Dabei ist Rechenschwäche/Dyskalkulie annähernd so häufigwie LRS/Legasthenie. Rund fünf bis acht Prozent aller Grundschulkinder gelten nach neuesten Studien als deutlich rechenschwach. Leider wird Rechenschwäche oft gar nicht oder erst sehr spät wahrgenommen. Aber eine frühe Förderung kann viel bewirken.